marcostoehr
Toyota GT86 Seitenansicht

Kurze Fahrt im Toyota GT86

Da stand er also vor mir, der Wagen, den es erst im September 2012 geben sollte. Live und in Farbe. Wobei der Wagen weiß war und das ja bekanntlich keine Farbe ist. Die Rede ist vom Toyota GT86, den ich schon im Vorfeld kurz fahren konnte. Aufgrund vieler Aussagen, dass die Leistung zu schwach sei, brach ich damals eine Lanze für den neuen GT86 und verwies darauf, dass es sich nur um ein Sportcoupé und nicht um einen klassischen Sportwagen handelt. Und das es beim Fahrspaß nicht nur auf die Leistung, sondern auch auf viele weitere Faktoren ankommt.

Dann konnte ich den Toyota GT86 mal ein paar Kilometer über eine kurvige Landstraße scheuchen. Die Möglichkeit ergab sich, da es einen Pressetermin in der Nähe (am Nürburgring) gab, zu dem ich zwar nicht eingeladen war, aber dafür Jens von Rad-ab.com, der bei seinem Weg durch Eifel netterweise mal einen Zwischenstopp bei mir einlegte, da ich damals noch in der Nordeifel wohnte.

Toyota GT86 Heck und Seite
Toyota GT86 Heckpartie

Der erste Eindruck war gar kein schlechter, auch wenn mir das Design des Heckspoilers etwas zu eigenwillig wirkte. Die riesigen Auspuffendrohre, die als Kontrast zum schwarzen Diffusor direkt auffielen, ließen ein geräuschvolles Vorankommen vermuten. Ein kurzer Blick unter die Haube ermöglichte den Blick auf den Boxermotor, über den im Internet so viel diskutiert wurde. Die meisten Menschen schienen mehr Leistung als “nur” 200 PS erwartet zu haben. Immerhin hatte der Toyota GT86 Heckantrieb, sollte also ein wahrer Spaßgarant sein.

Im sportlichen Interieur Platz genommen fiel sofort auf, dass es nicht nur Heckantrieb, sondern auch eine konventionelle Handbremse gab, was den Spaßfaktor nochmals erhöhte. Ebenfalls ins Auge sprang die Digitaluhr, die schon vor 30 Jahren in japanischen Autos zu finden war und die auch schon damals keine 24 Stunden anzeigen konnte. Es war also 2:38 Uhr. Ebenfalls amüsant: die Türablage hatte eine rundliche Aussparung für Getränke. Dort fand sich ein Symbol, dass dort nur Flaschen, aber keine offenen Becher hingehören. Fehlten nur noch Pfeile nach rechts und links am Lenkrad, damit ich weiß, wofür das runde Ding gut ist.

Mein erster Startversuch scheiterte – und das war auch gut so. Auch wenn ich anfangs nicht wusste, warum das so war. Zwar wurde das Cockpit beim Drücken des Startknopfes schön bunt, aber der Boxermotor gab keinen Mucks von sich. Tja, Fuß auf die Bremse reichte halt nicht, war ja schließlich ein Wagen mit Schaltgetriebe. Also den im Nissan Leaf in Rente gesandten linken Fuß wieder in Dienst und auf das Kupplungspedal gestellt. Ein erneuter Druck auf den Startknopf und der GT86 erwachte zum Leben. Das erwähnte Schaltgetriebe überzeugte direkt mit kurzen Schaltwegen, was zumindest mir zu gefallen wusste, war ich dies doch schon vom MR-2 gewohnt.

Toyota GT86 innen
Toyota GT86 Innenraum

Nachdem ich rückwärts aus der Einfahrt gerollt war, legte ich den ersten Gang ein und gab Gas. Es passierte allerdings erst einmal nicht so viel wie erwartet. Auch war der Wagen trotz der beiden “Ofenrohre” am Heck verhältnismäßig leise. Erst als ich auf der Landstraße über 4.500 Umdrehungen ging, wurde es einerseits lauter (und der Sound war dann echt gut) und andererseits tat sich nun auch merklich etwas in Sachen Vorschub. Bis man bei 7.500 U/min. am roten Bereich angelangt war und durch eine rote Leuchte zum Schalten ermahnt wurde. Machte einen Drehzahlbereich von 3.000 Umdrehungen, in dem sich alles abspielte, wollte man den Toyota GT86 sportlich bewegen.

Trotz meiner Körperlänge saß ich im 2+2-Sitzer erstaunlich gut, wobei auf dem Notsitz hinter mir mangels Fußraum niemand mehr Sitzen konnte. Obwohl ich gut saß, wollte sich auf der kurzen Testfahrt kein Wohlgefühl einstellen. Der GT86 lag nicht so satt auf der Straße, wirkte leicht nervös, wobei er sich trotz deaktiviertem ESP dennoch sehr gutmütig verhielt. Hier aber nach einer so kurzen Fahrt von nur rund 10 Minuten ein endgültiges Statement abzugeben, wäre sicherlich vermessen. Ein weiterer Test ergab sich damals aber leider nicht. So blieb es bei der kurzen Fahrt im sportlichen Japaner.

Weitere Bilder zum Toyota GT86 folgen in der Galerie:

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