marcostoehr
1975 Chevrolet Camaro LT Seite rechts

Fahrbericht: 1975 Chevrolet Camaro LT

Vor einigen Jahren hatte ich die Gelegenheit, ein amerikanisches Sportcoupé über einen längeren Zeitraum zu fahren. Genauer gesagt handelte es sich um einen Chevrolet Camaro LT aus dem Baujahr 1975. Das ganze Abenteuer hat allerdings gar nicht so toll begonnen, wie man meinen möchte. Der Tag der Abholung war nämlich ein verregneter. Und zwar von morgens bis abends. Das machte fahrerisch in der Eifel nur wenig Spaß. Und die Sicht war durch den Dauerregen in Verbindung mit den schlechtesten Scheibenwischern der Welt eher bescheiden.

1975 Chevrolet Camaro LT Draufsicht
1975 Chevrolet Camaro LT von oben

Mehr so der Cruiser

Es war der März 2010, das Wetter wie erwähnt bescheiden. Wir waren zur Tankentlüftung aufgebrochen, um die bevorstehende Tour unter die Räder des Hecktrieblers nehmen zu können. Doch da begannen die Probleme schon. Wir rollten auf die Tankstelle und fragten uns, auf welcher Seite sich wohl der Tankdeckel befindet. Zum Glück half die verblasste Erinnerung ein wenig und mir fiel ein, dass die Seite vollkommen egal ist. Der Einfüllstutzen beim Camaro verbirgt sich am Heck mittig hinter dem Kennzeichen. Wir versenkten etliche Liter Super im Chevy und rollten weiter durch den Regen. Die immerhin mit zwei Geschwindigkeitsstufen ausgestatteten Scheibenwischer vollbrachten Höchstleistungen.

Der Motor hingegen lief im wetterbedingten “Cruise-Modus”, damit das Heck auch wirklich hinten blieb und in den Serpentinen nicht zum Überholversuch ansetzte. Am Zielort angekommen fiel der Wagen zwischen den ganzen neuzeitlichen Fahrzeugen auf dem Parkplatz sofort ins Auge. Vor der Rückfahrt tankten wir nochmals nach, denn der Camaro der zweiten Generation hatte ordentlich Durst. Und dabei war nicht mal, wie man bei einem solchen US-Car vermuten könnte, einer der klassischen V8-Motoren unter der langen Motorhaube verbaut.

Dort verrichtete lediglich ein Reihensechszylinder seinen Dienst, der aus seinen 4,1 Litern Hubraum (250 cui.) auch nicht sonderlich viele Pferdchen mobilisierte. Zumindest stand auf dem Papier nach den Zeiten der Ölkrise nichts weltbewegendes in Sachen Leistung. Leider harmonisierte der Motor auch nicht wirklich mit der verbauten Automatik, so das der vermeintliche Sportwagen eher zum gediegenen Cruisen taugte. Immerhin war die Geräuschkulisse für einen Sechsender gar nicht mal so schlecht, auch wenn es nur ein merkwürdig gestaltetes Auspuffrohr auf der linken Seite des Hecks gab.

1975 Chevrolet Camaro LT Front schräg hoch
1975 Chevrolet Camaro LT Frontansicht

Äußerlichkeiten des Chevys

Bei schönerem Wetter hatte ich dann immerhin noch die Möglichkeit weitere Bilder des 70er Jahre Klassikers zu machen. Dieser hatte schon die Alustoßstangen und die ab 1975 eingeführte Heckscheibe, die um “Ecke” gezogen wurde und so die Übersicht nach hinten verbesserte. Am Heck gibt es die eckigen Rückleuchten, die seit 1974 die runden Rückleuchten ersetzten und ebenfalls wie die Heckscheibe um die Ecke gezogen wurden. Außerdem befand sich am Heck bei diesem Camaro ein Heckspoiler vom Z28, der 1975 aber gar nicht angeboten wurde. Dementsprechend “falsch” war dann auch die Z28-Lufthutze auf der Motorhaube.

In die Rubrik Tuning gehörten zudem die Wolfrace-Felgen, die aber super zum Wagen passten. Bei diesem roten Oldtimer handelte es sich, wie oben erwähnt, um einen LT, was für eine Ausstattungsvariante steht, deren Umfang mir leider nicht bekannt ist. Letztlich war es ein Erlebnis, sich mit solch einem Wagen durch den langweiligen Alltag des Straßenverkehrs zu bewegen, wenn auch nicht so sportlich wie erwartet.

Weitere Bilder zum 75er Chevy Camaro findet man in der folgenden Galerie:

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