marcostoehr
Nissan GT-R Heck links

Fahrbericht Nissan GT-R

2,8 Sekunden. Eine kurze Zeit. Vor allem für die Beschleunigung eines Fahrzeug aus dem Stand auf 100 km/h. 2,8 Sekunden. Ein Wert, den man in meiner Jugend nur mit einem Motorrad oder einem Formelfahrzeug erreichen konnte. 2,8 Sekunden. Kein Vergleich zu den knapp 9 Sekunden, die der Toyota MR2 noch brauchte, den ich in den 90er Jahren mal gefahren habe. 2,8 Sekunden benötigt der Nissan GT-R des Jahres 2012 laut Nissan für die bekannte Sprintdisziplin.

Ich kann diesen Wert nicht genau bestätigen, aber gefühlt habe ich sogar nur 2 Sekunden gebraucht. Scherz beiseite, der Nissan GT-R ist mit seinen 550 PS verdammt schnell. Das konnte ich im Rahmen der Fahrveranstaltung zum Nissan JUKE-R am eigenen Leib erfahren. Wie ich im Beitrag auf Rad-ab.com schon erwähnte, war der JUKE-R nämlich morgens direkt von einem Kollegen belegt. Um meine Wartezeit zu überbrücken, drückte mir eine freundliche Mitarbeiterin von Nissan einfach den Schlüssel für einen Nissan GT-R in die Hand. “Damit sich die anderen nicht so langweilen, wenn der JUKE-R unterwegs ist.” war die Aussage. Und langweilig war es garantiert nicht.

Nissan GT-R Seitenansicht
Der Nissan GT-R wirkt im Stand schon schnell

Ohne Einweisung ging es zum Fahrzeug. Der Türgriff ist schon die erste Hürde, wenn man die Bauweise nicht kennt. Erst muss man drücken, dann ziehen. Geschafft. Der Weg in den Innenraum ist frei und ich falle bis knapp über den Boden in einen lederbespannten Sportsitz. Der Blick schweift über die in meinen Augen nicht sonderlich ansehnliche Innenraumgestaltung. Merkwürdig gestaltete Kunststofflandschaften (im GT-R immerhin teilweise mit Leder bezogen) sind ja ein Steckenpferd aller japanischen Hersteller. Aber wen interessiert das schon in so einem Wagen? Im Fahrbetrieb habe ich genug damit zu tun, auf die Straße zu achten.

Und die ist holprig. Das Kopfsteinpflaster der kleinen Seitenstraße schüttelt mich ordentlich durch. Zudem ist es etwas nass, was dem Vortrieb im allradgetriebenen Nissan GT-R aber keinen Abbruch tut. Langsam rolle ich Richtung Landstraße. Es dauert eine Weile, bis sich eine Lücke im Verkehr auftut und ich mich mit einem leichten Tritt auf das Gaspedal einfädeln kann. Ein erster Impuls, wie schnell der GT-R sein könnte. Ich rolle im Schneckentempo weiter und erst als der vor mir fahrende Wagen abbiegt, habe ich freie Bahn. Das rechte Pedal dabei wie im Nissan Leaf auf den Boden zu treten, war sicherlich ein Fehler. In kürzester Zeit stehen 130 km/h auf der digitalen Anzeige, die Analoge kann ich so schnell gar nicht identifizieren. Das große Bremspedal lässt mich langsamer werden.

Nissan GT-R Motorraum
Das Kraftpaket im GT-R

Der nächste Sprint erfolgt bei der Auffahrt auf die Autobahn. Unglaublich, wie wenig einen der restliche Verkehr dort interessiert, wenn man die Leistung hat, allen anderen aus dem Weg zu gehen. Und zwar nach vorne. Leider steht man im normalen Alltagsbetrieb auf einer deutschen Autobahn mehr auf der Bremse, als auf dem Gas und so steuere ich den nächsten Parkplatz an, um ein paar Fotos zu machen, da es verdächtig dunkel wird. Wieder auf der Autobahn kommt, was zu erwarten war: es regnet. Einige Ausfahrten weiter fahre ich ab, auf der anderen Seite wieder auf und versuche im trockenen Teil mein Glück. Diesmal habe sogar die 250 km/h auf dem Tacho. Noch weit entfernt von 315 möglichen, aber zu viel für das “80 bei Nässe”-Schild. Wieder hat Regen eingesetzt und ich bremse auf die gewünschten 80 km/h ab. Rollen kann man also auch mit dem GT-R, macht aber keinen Spaß.

Als ich nach der kurzen Fahrt im Nissan GT-R selbigen wieder auf dem Hof abstelle, fehlt ein Viertel des Tankinhalts. Und der GT-R war bei der Abfahrt randvoll. Und ich bin meiner Meinung nach gar nicht so weit gefahren. Nach 45 Minuten war ich ja auch wieder zurück. Entweder ist er sehr durstig, wenn man ihn tritt oder der Tank ist sehr klein.

Weitere Bilder zum Nissan GT-R gibt es in der nachfolgenden Galerie:

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